Anregungen für die Beiträge zum Reader „Krieg ächten“

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Die Bitte um Beiträge zu dem Reader „Den Krieg ächten“ an die Wissenschaftler der verschiedenen Disziplinen, die sich mit der Rechtfertigung von Gewaltanwendung und mit den Bedingungen ihrer Überwindung beschäftigt haben, steht in einer langen Tradition der Aufklärung, Emanzipation, Ideologiekritik, Ethik und Entwicklung persönlicher, gesellschaftlicher und demokratischer politischer Mitverantwortung.

Aus der Sichtweise der politischen Wissenschaft und der Ideologiekritik dechiffriert sich „das Böse“ oder „die Bösen“ in der Weltpolitik als eine Darstellung und Interpretation / Rechtfertigung einer Machtpolitik, andere mit Gewalt bekämpfen zu dürfen und zu müssen.

Auf Grund der Entwicklung der Ethik in den verschiedensten Kulturen dieser Erde und der Entwicklung der Auslegung der Heiligen Texte der Religionen ist es gemeinsame Überzeugung geworden, dass -religiös gesprochen- alle Menschen „Kinder Gottes“ sind, „Kinder des Schöpfers des Himmels und der Erden“ vice versa der „Mutter Erde“, anthropologisch und von der Ethik her gesprochen das gleiche Lebensrecht haben, die gleichen Menschenrechte für alle gelten und von daher alle Konflikte zwischen verschiednen Ansprüchen vor der Weltöffentlichkeit und ohne Säbelrasseln ausgeglichen werden können und ausgehandelt werden müssen, wenn sie zukunftsfähig sein sollen.

Wer sich diesem Anspruch nicht stellen kann, weil er auf einem solchen Wege seine Macht- und Besitzansprüche nicht durchsetzen kann, ist auf eine andere Interpretation angewiesen, nämlich dem Gegner nicht auf gleicher Augenhöhe begegnen zu müssen, sondern ihn als den Bösen oder das Böse (z.B. „die Achse des Bösen“) zu behaupten, gegen das man dann einen Krieg führen darf oder sogar muss, um ihm seinen Willen aufzuzwingen oder um ihn zu vernichten.

Es ist bei der geschehenen und noch verstärkt drohenden Entwicklung weiterer Waffen und „intelligenter“ Krieg führender Automaten endlich an der Zeit, deutlich an der Entmystifizierung des Gegners und der Konflikte zu arbeiten und der Ausübung von Gewalt zur vorgeblichen Lösung von Konflikten (Ausschaltung des Bösen…) die Gefolgschaft zu verweigern.

Deshalb unsere Bitte an Wissenschaftler aller Wissenschaften, die sich mit dieser Problematik beschäftigt haben, Beiträge für den Reader „Krieg ächten“ zu geben oder Hinweise auf vorhandene Literatur, kurze Forschungsberichte einzureichen …

Das Konzept für den Reader, sein Inhalt, muss Ende 2009 stehen. Alle, die dazu etwas beitragen, werden am Verlauf der Entwicklung der Konzeption des Readers beteiligt, das ist selbstverständlich.

Schirmherren des Projekts (unsere Berater) sind: Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter, Prof. Hans Peter Dürr, Johan Galtung (angefragt), Andreas Buro (angefragt)….

Wir suchen noch Persönlichkeiten (aus anderen Wissenschaften), die ihr Fach überblicken und bereit sind, uns zu beraten und zu helfen.

Unser Ansatz ist: aus der Entwicklung der Geschichte, der Ideengeschichte, der politischen Wissenschaften und allen anderen Detailwissenschaften insbesondere auch der Philosophie, der Theologie, der Psychologie, der Ökonomie die Beiträge zur Untermauerung des Beschlusses „Krieg wird geächtet“ zusammenzutragen. Denn ist es jetzt höchste Zeit, den längst fälligen Schlusspunkt hinter den Atavismus Krieg zu setzen.

Die eigentliche Arbeit wird dann erst mit der Umsetzung eines solchen Beschlusses in die Wirklichkeit beginnen, aber hoffentlich mit einem im Vergleich zu heute, starken Rückenwind durch Änderung der strukturellen Bedingungen für die Anwendung von Gewalt.

Moral genügt nicht. Die institutionellen Konsequenzen müssen gezogen werden.

So wie das Völkerrecht und die Internationale Gerichtsbarkeit durch Beschlüsse und Vereinbarungen in die Welt gesetzt wurden und sich entfalteten, sagen wir jetzt, der Krieg wird geächtet und es muss das internationale Rechtssystem so weiterentwickelt werden, dass es möglich ist, Veränderungen, notwendige Anpassungen auf friedlichem Wege zu erreichen, Krieg delegitimiert und in der Realität überholt werden kann.

Das ist eine lange und nie abgeschlossene Aufgabe der besten Köpfe der Erdbevölkerung.

Jetzt geht es um den ersten Schritt, den Beschluss auf der Weltfriedenskonferenz, den wenigen, die von Krieg profitieren, die Gefolgschaft, das Instrumentarium und das Geld zu verweigern.

Wenn Krieg nicht mehr durchführbar sein wird, werden sich auch alle anderen Formen der Nutzung von Gewalt verändern, weil ihr die behauptete anthropologische Urlegitimation entzogen ist!

Wir bitten die führenden Köpfe der verschiedenen Weltkulturen, Religionen und Wissenschaften aus ihrer Sicht und in ihrem Selbstverständnis auf dieses Leitmotiv zu reagieren und uns einen möglichst kurzen Beitrag zu schicken an friedenstexte(at)web.de, so dass wir einen umfassenden Reader zeitgenössischen Denkens und Handelns veröffentlichen können und den Delegierten der Weltkonferenz als Materialunterlage und Begründung für den Beschlussvorschlag übergeben können.

Der Reader soll als Taschenbuch erscheinen und auf der Website  www.krieg-aechten.net in möglichst vielen Sprachen veröffentlicht werden.

Alle, die Beiträge zu diesem Reader geben können, werden gebeten, zur Verfügung zu stehen, um bei Rückfragen vor und bei der Weltfriedenskonferenz im Mai 2011 präsent zu sein.

Mit freundlichem Gruß

Michael Held

Arbeits- und Koordinierungsstelle Praktische Schritte für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
Simon-Haune-Str. 15, 36251 Bad Hersfeld
Tel.: +49(0)6621-620186,
E-mail: A-P-S(at)gmx.de

 

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